Sprache: März 2009 Archive

Mir fällt auf, daß die heute als verstärkend benutzten Worte toll und sehr ursprünglich eine Bedeutung hatten, die zum Pathologischen gehört:



  • sehr kommt von mittelhochdeutsch sêr, althochdeutsch sero und stand damals für wund, schmerzlich, peinvoll. So wird es heute noch im englischen sero gebraucht.
  • toll bedeutete des oder wie des Verstandes beraubt.
Im „Misthaufen Internet" (Joseph Weizenbaum) finden sich immer wieder Edelsteine. Zum Beispiel:


Was allerdings der Bachmann-Verlag zusammengetragen hat an

ist ein veritabler Preziosenmarkt, um im Bild zu bleiben. Und umwerfend ist, wie die Leute von leo das Deutsch-Chinesiche Wörterbuch geschrieben haben. Zum Beispiel das Wort


samt Aussprache und Pinselführung zum Schriftzeichen. Ethymologie der Englischen Sprache schenkt einem

  
Biologie: Es gibt


Und ich finde, was ich gedruckt auch in der Bibliothek stehen habe:

Geodäsie:

Mein lieber Bruder Ärgerlich
hat hat alles, was er will,
was er will, das hat er nicht,
was er hat, das will er nicht.
Mein lieber Bruder Ärgerlich
hat alles, was er will.
Kinderreim

Hier wird der Begriff wollen quasi aufgelöst.

Dabei kann man an Petrus, Röm. 7,19, denken:

„Das Böse, das ich nicht will, das tue ich."

Oder an Petrarca 1 Canz 17,8,10:

"E veggio 'l meglio ed al peggior m' appiglio."
(Und ich sehe das Bessere und ergreife das Schlechtere.)
 Aus:Thesaurus Proverbiorum Medii Aevi
von Samuel Singer, Werner Ziltener, Christian Hostettler, Kuratorium

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