Trauriges Frühlingserwachen

Mit dieser Überschrift schreibt Martin Woker in der NZZ vom 25. Februar einiges, was mir neu ist und meine Ansicht zu den Vorgängen im Orient verändert.

In Syrien kämpfen Bürger unter Einsatz ihres Lebens für ihre Freiheit. Ein Blick von oben auf das Chessboard zeigt aber offenbar, daß es wie bei den anderen Umwälzungen von Tunis, Kairo bis Sanaa um eine Ausweitung einer arabisch-sunnitischen Hegemonie im Orient geht, wie es Woker nennt. «In den 13 Monaten seit Ausbruch der arabischen Revolte haben Saudiarabien und andere Golfländer ihren Einfluss in der Region markant verstärkt,» schreibt er.

Hochinteressant finde ich, daß er meint, der Iran und Israel stünden auf einer Seite gegenüber einer «Phalanx» einer arabisch-sunnitischen Welt, die im Zuge des «arabischen Frühlings» zusammengerückt sei wie seit Zeiten der Gründung Israels vor 64 Jahren nicht mehr.

Ich habe hier schon mehrfach die Frage aufgeworfen, wie unsere Haltung zu autoritären Regimen zu werten ist, etwa zu Peking. Geht es um unseren Geldbeutel, vergessen wir leicht die Fundamente unseres Zusammenlebens im Westen, nämlich den Willen zu Einigkeit und Recht und Freiheit. Treibende Kraft für die hier angesprochenen Entwicklungen im Orient ist eine der autoritärsten Staatsführungen im Orient: die konservative saudische Monarchie. Von dort bekommen wir unser Öl - zu welchem Preis?

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