Ganz ich.

Las ich gestern in München in einem großen Geschäft:

Ganz ich.
Mein Kustermann.
Kein schlechter Manipulationsversuch. Er läuft auf eine Identifizierung mit einem auf Gewinnerzielung gerichteten Unternehmen hinaus.


Forscher haben mit Hilfe einer viralen Genfähre ein Gen für ein grün fluoreszierendes Protein in eine befruchtete menschliche Eizelle eingebracht. Drei Tage später leuchteten, wie erhofft, alle Zellen des Embryos grün.
(nach: slz, NZZ Nr. 111 vom 15.5.2008, p. 7)

Eine Identifizierung, hier mit dem zum Objekt gewordenen menschlichen Individuum, ist an dieser Stelle weniger gefragt, hm?


Laut einem Sprecher sei der Embryo, der im Rahmen einer künstlichen Befruchtung als abnormal aussortiert und den Forschern übergeben worden sei, am fünften Tag nach der Manipulation zerstört worden. Der Embryo hätte sich nie zu einem normalen Baby entwickeln können.

Kritiker weisen darauf hin, dass die Versuche technisch keine Meisterleistung seien. Denn man habe schon öfter im Rahmen von Gentherapien mit den nun verwendeten Genfähren Gene in erwachsene menschliche oder auch embryonale tierische Zellen eingeschleust. Zudem wurde betont, dass nun erstmals eine vom Menschen künstlich erzeugte genetische Veränderung prinzipiell vererbbar sei. Dies degradiere den Embryo zu einer nach Gutdünken formbaren Materie und öffne der Produktion von Designer-Babys Tür und Tor - sollte die Technik dereinst ausgereift sein.
(slz, a.a.O., leicht gekürzt)

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